Ein Bauteil, das dauerhaft draußen bleibt, hat zwei Gegner: die Sonne und das Wetter. UV-Strahlung spaltet die Molekülketten im Kunststoff auf – das Teil bleicht aus, kreidet an der Oberfläche und wird spröde, lange bevor es mechanisch überlastet wäre. Über die Standzeit entscheidet deshalb der Werkstoff. Witterungsbeständige 3D-Druckteile fertigen wir aus ASA und Nylon PA12 und versiegeln sie auf Wunsch mit UV-Schutz. Datei hochladen, Werkstoff und Veredelung wählen – der Preis steht sofort und ist verbindlich.
Die Eckdaten
Was UV-Strahlung mit einem gedruckten Teil macht
Kunststoff altert im Freien von der Sonnenseite her: Die kurzwellige Strahlung trägt genug Energie, um Bindungen im Polymer zu trennen. Am Bauteil sehen Sie das in dieser Reihenfolge:
Zuerst gehen die Farbpigmente. Rot- und Blautöne verlieren am schnellsten an Sättigung, das Teil wirkt matt und ausgewaschen. Die Festigkeit ist zu diesem Zeitpunkt noch da.
Dann zersetzt sich das Polymer an der Oberfläche. Zurück bleibt loses Pigmentpulver: Das Teil färbt beim Anfassen ab und fühlt sich stumpf und rau an.
Die eigentliche Gefahr. Die aufgebrochenen Ketten machen das Material hart und glasartig. Der Clip, der anfangs federte, bricht später beim bloßen Abnehmen – ohne Vorwarnung, ohne dass vorher etwas zu sehen war.
Dazu das Wetter: FDM-Teile haben feine Fugen zwischen den Schichten. Wasser kriecht hinein, Frost sprengt sie auf, die Strahlung arbeitet an der vergrößerten Fläche weiter. Wie sich das schließen lässt, steht auf Wasserdichte 3D-Druckteile.
Warum Schwarz länger hält als Weiß oder Transparent
Das klingt verkehrt herum, ist aber Materialphysik: Schwarzes Pigment wirkt als UV-Absorber und fängt die Strahlung unmittelbar an der Oberfläche ab. Ein helles oder transparentes Teil lässt sie durch das gesamte Material – die Alterung läuft dann nicht nur an der Oberfläche, sondern im ganzen Bauteil.
Die Farbe ist beim Außenteil also keine Geschmacksfrage, sondern eine Haltbarkeitsentscheidung – und sie steckt im Material, nicht in einer Lackschicht, die abplatzen kann. Muss das Teil nicht zur Optik beitragen, bestellen Sie es schwarz: ASA gibt es in Schwarz, PA12 färben wir auf Wunsch durch.
3D-Druck für draußen: welches Material hält was aus
Der erste und wichtigste Hebel: Ein für draußen gebauter Werkstoff hält ohne Nachbehandlung länger als ein ungeeigneter mit Versiegelung. ASA drucken wir auf Prusa-Druckern aus Filament europäischer Hersteller: Die Datenblätter sind bekannt, die Qualität schwankt nicht von Charge zu Charge – ein Außenteil, das Sie nachbestellen, sieht aus wie die erste Lieferung. PA12 entsteht auf der Formlabs Fuse 1 aus Formlabs-Pulver; beides in unserer Werkstatt in Verden (Aller), siehe Maschinen und Materialien.
| Werkstoff | Verhalten im Freien | Wofür wir ihn einsetzen |
|---|---|---|
| ASA (FDM, 8 Farben) | Der Klassiker für draußen: ein naher Verwandter von ABS, aber mit deutlich besserer Witterungsbeständigkeit und UV-Stabilität. Behält Farbe und Festigkeit über lange Zeit, dazu wärmefest. | Halterungen an Fassade, Fahrzeug und Anhänger, Gartentechnik, Gehäuse im Freien |
| Nylon PA12 (SLS) | Von sich aus witterungsfest, abriebfest, geringe Feuchtigkeitsaufnahme, beständig gegen Öle und Chemikalien – und in alle Richtungen nahezu gleich belastbar. | Mechanisch belastete Außenteile und bewegliche Baugruppen, siehe Funktionsteile aus PA12 |
| PETG (FDM, 17 Farben) | Robust, chemikalienbeständig, wärmefester als PLA. Kein ausgewiesener UV-Werkstoff, aber mit der Versiegelung kombinierbar. | Teile im Schatten, unter Dach oder im saisonalen Einsatz |
| ABS (FDM, 4 Farben) | Hitzebeständig und gut nachbearbeitbar, aber nicht UV-stabil – genau dafür wurde ASA entwickelt. Die Versiegelung mit UV-Schutz bieten wir für ABS deshalb nicht an. | Innenraum und Wärme, nicht Sonne |
| Green TEC Pro (FDM, 5 Farben) | Biobasiert, steif, fester und wärmebeständiger als PLA. Als Außenwerkstoff ist es nicht ausgelegt. | Technische Teile im Innenbereich |
| PLA und PLA Plus | Definitiv nicht für draußen. Verliert unter UV rasch an Zähigkeit und hat zudem die geringste Wärmeformbeständigkeit im Sortiment. | Prototypen, Modelle, Innenraum |
| SLA-Harze | Standardharz ist ausdrücklich weniger widerstandsfähig gegenüber langfristiger UV-Exposition; Harzteile vergilben und verspröden. Eine Versiegelung ist nicht buchbar. | Sichtmodelle im Innenraum, siehe SLA-Druckservice |
Der zweite Hebel: versiegeln mit UV-Schutz
Über den Werkstoff hinaus können Sie das Teil versiegeln lassen. Wir verwenden AM UV Protection, ein dünnflüssiges Imprägniermittel aus der Dichtol-Reihe von DIAMANT Polymer. Es kriecht in Schichtfugen und Poren, härtet aus und bringt einen UV-Schutz mit: Das Teil wird wasser- und schmutzabweisend, und die Strahlung trifft nicht mehr direkt auf das Polymer.
Im Kalkulator wählbar für alle 8 ASA-Farben, alle 17 PETG-Farben, PCTG, das flammhemmende PETG V0 und Nylon PA12 aus dem SLS-Druck.
Als Veredelung im Kalkulator, zusammen mit Werkstoff und Menge. Der Aufpreis wird eingerechnet, der Preis ist verbindlich.
Aus einem ungeeigneten Werkstoff macht sie kein Außenteil. Für PLA und die SLA-Harze bieten wir sie gar nicht erst an – dort hilft nur der Werkstoffwechsel.
Sie entscheiden pro Teil: schwarz durchfärben oder versiegeln. Wer beides für dasselbe Bauteil braucht, ruft vorher an – Mo bis Fr, 10 bis 17 Uhr.
Wo der Außeneinsatz an Grenzen stößt
Damit Sie nicht das falsche Teil bestellen, sagen wir auch, was wir nicht versprechen:
Wir betreiben keine eigenen Bewitterungsversuche und nennen deshalb keine Jahreszahl. Sicher ist: ASA und PA12 sind für draußen gebaut, PLA ist es nicht.
Außenteile aus ASA drucken wir bis 241 × 210 × 210 mm. Der große FDM-Drucker von Prusa mit 360 mm Kantenlänge fährt ausschließlich die PLA-Werkstoffe. Größere Teile teilen wir und verschrauben sie über Einschmelzgewinde.
Einen transparenten Werkstoff für dauerhaften Sonneneinsatz haben wir nicht. Transparentes PETG lässt sich versiegeln, altert aber sichtbar schneller als ein pigmentiertes Teil.
Für TPU 90A ist nur die Versiegelung ohne UV-Schutz wählbar. Dichtungen im Freien planen Sie besser als Verschleißteil ein – siehe Flexible Bauteile und Dichtungen.
Sonne oder Hitze? Das sind zwei Fragen
Hier geht es um Bewitterung: Strahlung, Regen, Frost, Farbbeständigkeit. Ob ein Teil dauerhafte Wärme aushält, beantwortet Temperaturbeständige Druckteile. Bei Außenteilen treffen beide Fragen oft zusammen: Eine schwarze Halterung an der Südfassade wird heiß und bekommt volle Strahlung ab. ASA deckt beides ab – deshalb ist es bei uns der Standardwerkstoff für draußen. Welches Verfahren passt, zeigt die Übersicht der Druckmethoden.
So läuft Ihre Bestellung
STL, OBJ, 3MF, STEP, IGES oder BREP bis 256 MB – im FDM-Kalkulator für ASA, im SLS-Kalkulator für PA12. CAD-Formate wandeln wir selbst um.
ASA für FDM-Außenteile, PA12 für mechanisch belastete. Schwarz, wo die Optik es zulässt.
Unter Veredelung, für ASA, PETG, PCTG, PETG V0 und PA12. Der Aufpreis steht sofort im Preis; Rüstkosten fallen nicht an; der Mindestbestellwert liegt bei 3 € je Bestellung.
Der Preis ist verbindlich, das Lieferdatum steht im Warenkorb. Mengenrabatt automatisch: Ab 50 € Warenwert 10 %, ab 100 € 15 %, ab 200 € 20 %.
Häufige Fragen zu Druckteilen im Freien
Eine Jahreszahl nennen wir bewusst nicht: Wir betreiben keine eigenen Bewitterungsversuche, und die Standzeit hängt an Ausrichtung, Farbe und Belastung. Belegbar ist, dass ASA als witterungs- und UV-beständige Variante von ABS entwickelt wurde. Wer sie strecken will, bestellt Schwarz und wählt die Versiegelung dazu.
Weil UV-Strahlung die Molekülketten aufgespalten hat: Das Teil sah lange unauffällig aus, hat aber seine Zähigkeit verloren und bricht dann schlagartig. Ein Nachdruck in PLA verschiebt das nur um eine Saison – dasselbe Modell in ASA oder PA12 ist die Lösung.
Wir bieten sie für PLA nicht an – mit Absicht. Eine dünne Beschichtung ersetzt keinen Werkstoff, der grundsätzlich nicht für draußen gebaut ist. Wählbar ist die Versiegelung mit UV-Schutz für ASA, PETG, PCTG und Nylon PA12.
Weil schwarzes Pigment die UV-Strahlung an der Oberfläche abfängt, statt sie in den Querschnitt zu lassen. Muss das Teil farbig sein, gibt es ASA in Weiß, Grau, Lichtgrau, Natur, Gelb, Rot und Blau – rechnen Sie dann mit sichtbarem Ausbleichen und wählen Sie die Versiegelung dazu.
Sobald das Teil mechanisch arbeitet. PA12 aus dem SLS-Druck ist zäher, in jeder Richtung gleich belastbar und braucht keine Stützstrukturen – gut für Gelenke, Hebel und komplexe Geometrien bis 159 × 159 × 295 mm. ASA ist die günstigere Wahl für Halterungen und Gehäuse, bis 241 × 210 × 210 mm.
Ja. Passt das Bauteil nicht in den ASA-Bauraum, drucken wir es in Segmenten, die Sie vor Ort verschrauben; Einschmelzgewinde von M2 bis M10 setzen wir bei FDM-Teilen direkt ein. Auf den XXL-Drucker ausweichen geht bei Außenteilen nicht – der fährt nur die PLA-Werkstoffe (PLA, PLA Plus, ESD-PLA).
Ihr Außenteil, gerechnet in Sekunden
Datei hochladen, ASA oder PA12 wählen, Versiegelung mit UV-Schutz dazu – der Preis steht sofort. Die Verfahren dahinter beschreiben FDM-Druckservice und SLS-Druckservice; wer vergleichen will, nutzt den Preisrechner.

